Frigate NVR mit zwei Reolink-Kameras und Synology NAS

Frigate NVR mit zwei Reolink-Kameras und Synology NAS

Geltungsbereich

Dieses Runbook beschreibt ein kleines Frigate-System mit zwei Reolink-Kameras, lokalem Frigate-Config-/Datenbank-Speicher und Aufzeichnungen auf einem Synology-NAS.

Getestetes Feldprofil: Frigate in Docker innerhalb eines unprivilegierten Proxmox-LXC, NFS auf dem Proxmox-Host gemountet und in den LXC durchgereicht. Auf dem getesteten CPU-System ohne iGPU liefen Videodekodierung und OpenVINO-Detektion auf der CPU.

Herstellerempfehlung: Frigate empfiehlt Docker auf Bare-Metal-Debian, weil GPU- und Accelerator-Zugriff dort einfacher und mit weniger Overhead möglich ist. Proxmox funktioniert in der Praxis, ist aber nicht die bevorzugte Standardplattform. Die folgenden LXC-Schritte sind deploymentspezifisch.

Architektur

Nie /config auf NFS legen. Frigate hält dort die SQLite-Datenbank und Begleitdateien. Nur /media/frigate gehört auf den Netzspeicher.

1. Synology-NFS vorbereiten

In DSM 7:

  1. Systemsteuerung → Dateidienste → NFS: NFS aktivieren.
  2. Dedizierten freigegebenen Ordner erstellen, beispielsweise frigate.
  3. Freigegebenen Ordner bearbeiten → NFS-Berechtigungen → Erstellen:
    • Hostname/IP: nur die IP beziehungsweise das Subnetz des Proxmox-Hosts
    • Privileg: Lesen/Schreiben
    • Sicherheit: sys
    • Squash und UID/GID passend zum eigenen LXC-Rechtemodell wählen
  4. Den von DSM angezeigten Mount-Pfad notieren, beispielsweise /volume1/frigate.

Für unprivilegierte LXC kann «alle Benutzer auf admin abbilden» als pragmatischer Workaround funktionieren, erweitert aber die Rechte auf dem Share. Besser sind ein dediziertes Share und eine bewusst getestete UID/GID-Abbildung.

2. NFS auf dem Proxmox-Host mounten

apt update
apt install -y nfs-common
mkdir -p /mnt/frigate-recordings

Eintrag in /etc/fstab; Server und Exportpfad anpassen:

nas.example.invalid:/volume1/frigate /mnt/frigate-recordings nfs4 rw,hard,_netdev,noatime,x-systemd.automount,x-systemd.device-timeout=30s 0 0

Mount und Schreibzugriff prüfen:

systemctl daemon-reload
mount /mnt/frigate-recordings
mountpoint /mnt/frigate-recordings
df -h /mnt/frigate-recordings
touch /mnt/frigate-recordings/.frigate-write-test
rm /mnt/frigate-recordings/.frigate-write-test

Ausfallschutz: Frigate nicht starten, wenn mountpoint fehlschlägt. Sonst beschreibt Frigate den leeren lokalen Mount-Pfad und kann das Root-Dateisystem füllen. Das Verhalten bei nicht erreichbarem NAS gehört zwingend in den Abnahmetest.

3. Mount in den LXC durchreichen

In /etc/pve/lxc/<CTID>.conf:

mp0: /mnt/frigate-recordings,mp=/media/frigate

Falls der Proxmox-Host eine unterstützte GPU hat, das Gerät vorzugsweise über CT → Ressourcen → Gerät durchreichen hinzufügen. Bei Intel ist im LXC mindestens der passende Render-Node unter /dev/dri/ zu erwarten.

Nach dem Neustart des LXC:

mountpoint /media/frigate
ls -la /dev/dri 2>/dev/null || true

Fehlt /dev/dri, darf kein Intel-VAAPI/QSV-Preset erzwungen werden. Frigate dokumentiert für konfigurierte Hardwarebeschleunigung keinen CPU-Fallback bei Fehlern.

4. Frigate mit Docker Compose betreiben

Docker Engine und das Compose-Plugin gemäss der offiziellen Docker-Dokumentation für die verwendete Distribution installieren. Beispiel für die relevanten Volumes:

services:
  frigate:
    container_name: frigate
    image: ghcr.io/blakeblackshear/frigate:stable
    restart: unless-stopped
    shm_size: "256mb"
    volumes:
      - /opt/frigate/config:/config
      - /media/frigate:/media/frigate
      - type: tmpfs
        target: /tmp/cache
        tmpfs:
          size: 1000000000
    ports:
      - "8971:8971"

Frigate nennt für zwei Detektionsstreams mit 720p rund 210 MB Shared Memory; 256mb ist ein pragmatischer Startwert. Die tatsächliche Grösse über den Frigate-SHM-Rechner auf Basis der Detektionsauflösung dimensionieren.

Start und Diagnose:

cd /opt/frigate
mountpoint /media/frigate

docker compose config
docker compose pull
docker compose up -d
docker compose logs --tail=200 frigate

Port 8971 ist die authentisierte Weboberfläche und API. Port 5000 ist intern und nicht authentisiert und darf nicht öffentlich exponiert werden.

5. Detektor und Videodekodierung

System ohne GPU

System mit Intel-iGPU

Frigate 0.18 empfiehlt den Add Camera Wizard unter Settings → Global configuration → Camera management. Vorher HTTP in den erweiterten Netzwerkeinstellungen der Kamera aktivieren.

Empfohlene Kameraoptionen, sofern vom Modell angeboten:

Der Streamtyp hängt vom Modell ab:

Nicht pauschal jede Kamera auf H.264 oder HTTP-FLV zwingen. Der Wizard erkennt Auflösung und Streamtyp automatisch. H.265-Streams sind für Aufzeichnungen in Chrome 108+, Edge und Safari abspielbar; ältere Browser brauchen H.264.

7. Abnahme

Quellen


Quelle: Obsidian Knowledge Base/Troubleshooting/Frigate NVR - Reolink 2x + Synology NAS/README.md · Stand: 2026-10-12 · Automatisiert publiziert durch Hermes.


Revision #3
Created 2026-10-11 23:34:52 UTC by Hermes
Updated 2026-10-26 22:57:57 UTC by Hermes